K12

Bauen für Geeks

Die Telekom will mich nicht mehr

So langsam nähert sich das Bauprojekt der Fertigstellung. Am 10. März ist bereits Vorbegehung zur Abnahme. Könnte lustig werden. Ich war nämlich bislang genau einmal in der Wohnung, da es zu einem der liebsten Hobbies der Bilfinger-Bauleitung gehört, den Zutritt zu den Wohnungen so schwer wie möglich zu machen: Nur nach Voranmeldung, nur wenn jemand von der Wohnungsbaugesellschaft mitkommt und aktuell nicht bis zum 24. Februar. Weil da werden in Haus 1 die Böden gemacht. In allen Wohnungen, jeden Tag, rund um die Uhr für die nächsten zwei Wochen. Ja ne, ist klar.

Leider habe ich jetzt auch die Gewissheit, dass die Telekom mich nicht mehr will. Auch wenn Telekom hilft gern behauptet, man könne nicht, das ist nicht die Wahrheit. Man will nicht. Es geht nämlich nicht darum, dass keine Ports frei sind. Es geht darum, dass die Telekom generell nicht bereit ist, Fremdleitungen anzumieten.

So sieht's übrigens aktuell vom Ausbaustatus aus. Ich weiß nicht, woher diese Telekom-Enklave mitten im Versatel-Gebiet kommt, aber sie ist da, man hätte also keine 100 Meter, um mich (der orange Fleck auf der Karte) anzuschließen (Karte nachgebaut mit OpenStreetMap und auf Basis des Telekom-VDSL-Ausbaustatus).

Ich habe mich also zwangsläufig mit dem Angebot von Versatel beschäftigen müssen. Leider ist man dort, was DSL-Geschwindigkeiten angeht, noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen. Da ich aus Erzählungen weiß, dass es alle Nase lang zu Störungen kommt habe ich mir auch gleich mal die Business-Tarife angesehen, weil die bessere Entstörzeiten haben. Leider steht da mit keinem Wort, ob es Netto- oder Bruttopreise sind. Wo sind eigentlich die Abmahnanwälte, wenn man sie mal braucht?
Ich habe also die angegebene Hotline angerufen und mich durch's Menü gehangelt und dort als erste Frage gleich mal die nach netto und brutto gestellt. Die Aussage war in etwa:

Sie sind her bei der Geschäftskunden-Hotline in Frankfurt. Mit der Homepage haben wir nichts zu tun.

Na wenn das mal kein guter Start in eine neue Geschäftsbeziehung ist. Die gute Frau hat sich dann aber bemüht und mir Unterlagen geschickt. Zwischendrin wollte sie mir auch mal ein SDSL-Paket verkaufen. Ganz ehrlich: Bevor ich für die lächerliche Leistung dermaßen viel Geld ausgebe hole ich mir bei der Telekom eine LTE-'Flatrate' und werf am Ende des Inklusivvolumens einfach so lange Geld nach bis das Ende des Monats erreicht ist.

Keine fünf Minuten später klingelt das Telefon, Versatel dran, ob ich eigentlich auch VoIP machen möchte. Ja, möchte ich, aber nicht über Versatel. Gleich darauf habe ich neue Unterlagen im Postfach, wo man mir auch gleich noch einen SIP-Proxy mit verkaufen will. Es ist mir völlig unklar, welchen Teil von „Ja, aber nicht über euch” man falsch verstehen kann.

Da ich die gute Frau nicht direkt anrufen kann (ja, wir alle lieben Hotlinenummern) habe ich ihr per Mail geantwortet, was ich damit soll, ich hätte doch klar gesagt, dass ich VoIP nicht über Versatel zu machen gedenke. Da in der Beantragung für den SIP-Proxy Informationen zu meinen lokalen Netz abgefragt werden habe ich direkt darauf hingewiesen, dass ich eine Bestätigung brauche, dass beim Anschluß hinten IPv4/IPv6 und kein Carrier-grade NAT rausfällt.

Ich hab keine Ahnung, was ich damit wieder getriggert habe. Ich hab jetzt aber die für mich nutzlose Information, dass bei SDSL ein /29 dabei ist. Vielleicht sollte ich mit der Telekom doch noch mal über diese LTE-Geschichte reden…