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Die Versatel-Hölle, Teil 2: Keiner weiß Bescheid

So viel Unwissen ist mir in einer halben Stunde Hotline noch nicht begegnet. Aber von vorne:

Versatel schickt mir einen Brief. Ich möchte mich doch bitte melden, es gäbe da Klärungsbedarf. Und telefonisch könne man mich nicht erreichen. Das ist komisch. Ich hab keinen Anruf in Abwesenheit und bin von diversen Leuten gestern auf dem Handy angerufen worden. Einzige Erklärung: Man hat die Telefonnummer, unter der man mich letzten Mittwoch noch erreichen konnte, verschlampt.

Ich hab mich dann erstmal mit der Rechnungsabteilung verbinden lassen. Denn die Störung ist ja bei den Stadtwerken anhängig, während ich ja noch eine Gutschrift erwarte aufgrund der zu Unrecht in Rechnung gestellten Leistungen und aus dem Anschreiben geht nicht hervor, wer was von mir will.

In der Rechnungsabteilung wusste man aber von nichts. Nach Rücksprache hatte die bemühte Mitarbeiterin leider vergessen wie man meinen Nachnamen ausspricht und zeigte sich in diesem Punkt auch extrem beratungsresistent:

Hotline:
Hallo Herr Solvig, schön, dass sie gewartet haben.
Ich:
Es heißt „Slovig”.
Hotline:
Hallo?
Ich:
Ja, ich bin noch da. Es heißt trotzdem „Slovig”.
Hotline:
Gut Herr Solvig…
Ich:
Es heißt „Slovig”.
Hotline:
Herr Solvig, ich stell sie jetzt mal in die Störungsabteilung durch.

Bevor das geschah konnte ich aber schnell noch mein anderes Thema unterbringen:
Nach dem erfreulichen Gespräch mit dem kompetentesten und freundlichsten Hotliner der Versatel hatte ich mich entschieden, die offene Forderung zunächst zu begleichen, um nicht einen vollständigen Handlungsstop bei Versatel zu provozieren, weil ich ihnen Geld, das ihnen nicht gehört, verweigere.

Gestern dann poppt in meiner Onlinebanking-Software plötzlich eine SEPA Avis über genau den gleichen Betrag auf, fällig am 12. Mai:

Davon wusste die Hotlinerin nichts. Sie konnte mir aber den Zahlungseingang der Überweisung vom 30.04. bestätigen. Sollte da am 12. Mai noch einmal der Betrag eingezogen werden möchte ich mich doch bitte unverzüglich melden. Den Teufel werde ich tun. Die Lastschrift wird zurückgehen und Versatel bleibt auf den Rücklastkosten sitzen. End of story. Ist ja nicht so, dass ich es ihnen nicht vorher gesagt hätte.

Kurz darauf bin ich bei der Störungsstelle und erwische den gleichen Mitarbeiter wie gestern. Der wird mir langsam sympatisch. Denn der kann sich auch keinen Reim auf den Mist machen, den sein Unternehmen da verzapft. Von ihm wäre das Schreiben nicht, von den Kollegen auch nicht, insgesamt wäre es ja sehr verwunderlich, dass ich ein Schreiben bekomme, obwohl wir gestern erst telefoniert haben.
Bei genauerer Betrachung war das Schreiben dann doch von der Rechnungsabteilung versendet und mit dem Hinweis versehen, ich möchte mich doch bei den Stadtwerken melden wegen nem Rangiertermin, was der Hotliner als absolute Frechheit von Versatel empfand, das auf den Kunden abzuwälzen. Es gibt sie noch, diese kleinen Hoffnungsschimmer, dass die Versatel-Hölle eines Tages vielleicht doch zufriert.

Wieder bei der Rechnungsabteilung erzähle ich zunächst einem wieder anderen Hotliner noch mal meine Geschichte während er mir danach erzählt, dass das ja eine autarke Abteilung wäre, die diese Termine mit den Stadtwerken ausmacht und er, wie auch die Störungsstelle, leider keine Nummer von den Stadtwerken hätte. Autarke Abteilungen, also Unternehmen in Unternehmen, finde ich ja auch immer ganz toll.
Er werde es aber mal weitergeben, dass man mir die Nummer der Stadtwerke mitteile. Das letzte mal hätte mich ein Stadtwerke-Mitarbeiter angerufen, sage ich noch zu ihm. Ob diese Dienstleistung nicht mehr Teil des Versatel-Portfolios sei wollte ich wissen. Diese Frage konnte er mir nicht beantworten. Nun gut, war auch nicht die erste unbeantwortete Frage des Tages…